Gesamtverkehrsplanung ohne Nord-Umfahrung
Gesamtverkehrsplanung ohne Nord-Umfahrung
Der Gemeinderat nimmt Stellung zu den Vorschlägen der Arbeitsgruppe Verkehr (AGV) für eine Gesamtverkehrsplanung in Pfäffikon. Bezüglich der Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) Entlastung Ortsdurchfahrt spricht er sich für die Variante 0+ mit Westtangente aus. Im Grundsatz unterstützt er das regionale Buskonzept. Bei den ergänzenden Massnahmen zur Verkehrsoptimierung folgt der Gemeinderat grösstenteils den Empfehlungen der AGV. Begrüsst wird insbesondere die Absicht der Volkswirtschaftsdirektion Kanton Zürich, in Bezug auf die hohe Verkehrsbelastung im Zentrum Massnahmen ergreifen zu wollen. Der Gemeinderat will zusammen mit dem Kanton zu Handen der Bevölkerung tragfähige Lösungsvorschläge erarbeiten.
Die Arbeitsgruppe Verkehr (AGV) sprach sich im Mai 2009 für die Weiterverfolgung der Entlastung Ortsdurchfahrt Pfäffikon aus. Sie empfahl dem Gemeinderat, die Variante 1 (Nord-Umfahrung) weiter zu verfolgen. Der Gemeinderat legte danach fest, dass er seinen Variantenentscheid zur ZMB erst nach einer Stellungnahme der Volkswirtschaftsdirektion und nach Durchführung einer Vernehmlassung bei der Bevölkerung und den Ortsparteien treffen wird. Die Vernehmlassung fand über den Jahreswechsel statt und die Stellungnahme der Volkswirtschaftsdirektion wurde an einer Medienorientierung Anfang März 2010 bekannt gegeben. Nun hat der Gemeinderat abschliessend zur Gesamtverkehrsplanung Stellung bezogen.
Mit Haltung der Volkswirtschaftsdirektion im Grundsatz einverstanden
In ihrer Stellungnahme spricht sich die Volkswirtschaftsdirektion für die Variante 0+ aus und möchte deren Realisierung rasch angehen. Die Variante 0+ umfasst die Westtangente mit einer teilweisen Aufhebung der Usterstrasse. Die Kosten dazu liegen bei rund 13 Millionen Franken. Die zwingenden Begleitmassnahmen zur Verkehrslenkung auf den Gemeindestrassen sind darin noch nicht enthalten. Die Volkswirtschaftsdirektion sieht weder für die Nord-Umfahrung (Variante 1) noch für eine Strasse entlang der Bahnlinie auf dem Richtplantrassee, weder in Halbtieflage, noch oberirdisch (Variante 2), eine Realisierungschance. Die Gründe liegen im Wesentlichen beim ungünstigen Kosten-/Nutzenverhältnis, bei rechtlichen Problemen sowie städtebaulichen und landschaftlichen Unverträglichkeiten. Als Eigentümer des Trassees der Entlastungsstrasse will der Kanton in einem nächsten Schritt eine Studie zu alternativen Bebauungs-/Nutzungsmöglichkeiten erarbeiten lassen.
Der Gemeinderat nimmt die Stellungnahme der Volkswirtschaftsdirektion zum Ergebnis der ZMB zur Kenntnis. Er hat Verständnis für deren Haltung und gelangt nach Vorliegen sämtlicher Entscheidungsgrundlagen zum gleichen Schluss. Die Variante 1 (Nord-Umfahrung) und die Variante 2 (Halbtieflage Richtplantrasse), die eine effektive Entlastung der Ortsdurchfahrt bringen würden, sind sehr teuer. Die hohen Kosten bei beiden Varianten stehen in einem ungünstigen Verhältnis zum Nutzen der Bauwerke.
Der Gemeinderat nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass die Volkswirtschaftsdirektion die hohe Verkehrsbelastung, die Pfäffikon zu tragen hat, anerkennt. Er begrüsst die Absicht des Kantons, seine Verantwortung wahrzunehmen und Investitionen für die Verbesserungen der Verkehrssituation im Zentrum tätigen zu wollen.
Gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen
Pfäffikon hat sehr hohe Verkehrslasten auf den Hauptachsen zu tragen. Aus der Sicht des Gemeinderates bringt die Variante 0+ keine Entlastung der Ortsdurchfahrt Pfäffikon. Der Gemeinderat möchte deshalb auch nach einem Bau der Westtangente die Usterstrasse durchgängig bestehen lassen, mindestens solange keine Entlastung der Ortsdurchfahrt realisiert ist. Er spricht sich nur für einen moderaten Bau der Westtangente aus und ist bereit, zusammen mit den kantonalen Stellen Lösungen zu suchen, die sowohl den Bedürfnissen der Gemeinde als auch den rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Kantons Rechnung tragen. Der Gemeinderat strebt Verbesserungsmassnahmen an, die von der Bevölkerung getragen werden.
Auf der Achse Kempttal-/Hochstrasse darf die Verkehrsbelastung nicht unkontrolliert zunehmen. Mit der Einführung der S-19 und damit verbunden des Viertelstunden-Taktes wird sich das Problem der geschlossenen Bahnübergänge verschärfen. Eine noch stärkere Zweiteilung des Dorfes und eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit will der Gemeinderat nicht hinnehmen.
Richtplaneintrag muss bestehen bleiben
Der Gemeinderat ist nicht bereit, das Richtplantrassee aufzugeben. Späteren Generationen ist die Möglichkeit offen zu halten, Verkehrsverbesserungen gemäss den dannzumaligen Bedürfnissen realisieren zu können. Aus Sicht des Gemeinderates geniesst die Potenzialstudie, die in Auftrag gegeben werden soll, nicht oberste Priorität. Der Gemeinderat wünscht, in die Arbeit an der Potenzialstudie miteinbezogen zu werden. Vorübergehende „Fremdnutzungen“ auf dem Areal entlang der S-Bahnlinie sind für den Gemeinderat aber denkbar.
Gute Beteiligung an Vernehmlassung zu Gesamtverkehrskonzept
Der Gemeinderat dankt den über 500 Pfäffikerinnen und Pfäffikern, welche sich an der Vernehmlassung beteiligt haben. Auch die zahlreichen Kommentare sind wertvoll und sollen in die weitere Planung mit einbezogen werden.
Der Gemeinderat stellt fest, dass bei der Frage der Entlastung Ortsdurchfahrt Pfäffikon je nach Quartier und Gruppierung unterschiedliche Positionen eingenommen werden. Am deutlichsten wird dies bei der Grundsatzfrage, ob überhaupt eine Entlastung der Ortsdurchfahrt gewünscht wird. Während die Gebiete Pfäffikon Dorf, Ruetschberg, Faichrüti, Auslikon, Sitzbüel, Balm eine Entlastung mehrheitlich wünschen, wird diese vom Quartier Berg, Sulzberg, Rick, Humbel, Wallikon, Hermatswil ganz markant verworfen. Gesamthaft wird die Frage, ob eine Verkehrsentlastung der heutigen Ortsdurchfahrt (Verlagerung von der Kempttal-/Hochstrasse auf eine neue Entlastungsstrasse) gewünscht wird, sowohl von den Einzelpersonen wie von den Ortsparteien mehrheitlich abgelehnt.
Die Vernehmlassung zeigt, dass zirka 80 % der Rückmeldungen und fast alle Parteien die gestellten Fragen zum Buskonzept bejahen. Dass der ZVV im Moment keine neuen Linien finanziert, wird sehr bedauert.
Die Rückmeldungen zu den ergänzenden Massnahmen der Verkehrsoptimierung sind bei allen Fragen mehrheitlich positiv. Gewisse Themenbereiche bedürfen aber vor deren Umsetzung noch einmal einer kritischen Betrachtung.
Die Auswertung der Vernehmlassung ist unter www.pfaeffikon.ch publiziert.
Gemeindeversammlung kann Stellung nehmen
Nach der Veröffentlichung der Haltung des Gemeinderates und der Schluss-Sitzung der Arbeitsgruppe Verkehr gilt es Antrag und Bericht zu Handen der Gemeindeversammlung zu erarbeiten. Insbesondere ist auch aufzuzeigen, was für weitere Schritte unternommen werden müssen. Die Vorlage soll der Gemeindeversammlung vom 20. September 2010 zur Beschluss-Fassung unterbreitet werden. Die Gemeindeversammlung hatte Ende 2006 den Auftrag für die Erarbeitung einer Zweckmässigkeitsbeurteilung und eines Gesamt-Verkehrskonzeptes erteilt.
Pfäffikon, 6. April 2010 t/ko
060410_Anhang_Stellungnahme_GR_Gesamtverkehrskonzept [PDF, 46.0 KB]
060410_Anhang_Auswertungsbericht_Vernehmlassung [PDF, 41.0 KB]
060410_Anhang_nummerische_Auswertung_Vernehmlassung [PDF, 1.00 MB]





