09.07.2024

Aufarbeitung abgeschlossen: Lehren aus der Trennung von Lehrperson

Die Schule Pfäffikon hat die Ereignisse rund um die Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit einer Lehrperson gründlich untersucht. Der nun vorliegende Abklärungsbericht zeigt, dass die Homosexualität der Lehrperson keine Rolle spielte bei der Trennung, deckt aber Verbesserungspotenzial in verschiedenen Bereichen auf. Die Schulpflege plant, diese Schwachstellen gemeinsam mit der Schulführung und Lehrpersonen anzugehen.

Die Schule Pfäffikon hat die Ereignisse aufgearbeitet, die im Frühling 2024 zur Trennung des Arbeitsverhältnisses mit einer Lehrperson geführt hatten. Es sollten die Fehler aufgearbeitet werden, die im Prozess der Auflösung des Arbeitsverhältnisses gemacht wurden – damit die Schule daraus lernen und bei künftigen Situationen Fehler verhindern kann. Zudem sollte die Aufarbeitung zeigen, ob der Lehrer diskriminiert wurde und die Homosexualität ein Grund war, sich von ihm zu trennen.

Die Abklärung dient der internen Aufarbeitung der Ereignisse, wurde von der Schulpflege freiwillig initiiert und vom Schulpflegemitglied Guido Santner geleitet. Er wurde unterstützt von einer externen Anwältin, die auf Personalrecht im schulischen Bereich spezialisiert ist. Es wurden die fünf Personen befragt, die bei diesem Personalgeschäft involviert waren. Zusätzlich standen sämtliche 740 Dokumente in der Ablage zum Fall zur Ansicht zur Verfügung.

Homosexualität spielte keine Rolle

Der nun vorliegende Abklärungsbericht zeigt, dass die Schulleitung die Vorwürfe einzelner Eltern gegen den Sexualkundeunterricht innerhalb einer Woche abklärte und die Anschuldigungen haltlos waren. Dem Druck der Eltern wurde entgegengehalten. Es wurde auf Anraten des Statthalters und einer Anwaltskanzlei auf eine Anzeige verzichtet und auf den Dialog mit den Eltern gesetzt. Die Lehrperson wurde von Anfang an von der Schulleitung, vom Leiter Bildung und der Qualitätsverantwortlichen in der Schulpflege unterstützt und insbesondere im Unterricht entlastet.

Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses hatte nichts mit der Homosexualität der Lehrperson zu tun, wie die vertieften Gespräche mit den involvierten Personen und das akribische Studium der vorliegenden Akten zeigten. Auch auf dem Weg, der zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt hat, spielte die Homosexualität keine Rolle.

Druck und neue Führungsstruktur

Im Abklärungsbericht werden verschiedene Faktoren aufgeführt, die in diesem Fall eine Rolle gespielt haben. Unter anderem spielte der Druck von Interessensgruppen eine wichtige Rolle – von Eltern und anderen Lehrpersonen, später auch von Ortsparteien und einzelnen Bevölkerungsgruppen. Weiter spielte die neue Führungsstruktur der Schule Pfäffikon eine Rolle. Die Struktur mit dem Leiter Bildung, die vor zwei Jahren eingeführt wurde, wird von praktisch allen Beteiligten geschätzt und für gut befunden. Wie die neue Struktur gelebt wird, muss sich aber erst etablieren.

Fehler im Prozess

In der kritischen Phase im Februar, als im Prozess der Auflösung des Arbeitsverhältnisses Fehler begangen wurden, liess sich die Schule von verschiedenen externen Experten beraten. Man orientierte sich an den Ratschlägen einer Agentur für Krisenkommunikation und hörte zu wenig auf den Rat der Juristen und des Volkschulamts. Mit der Lehrperson einigte man sich danach über die Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen. Teil der Auflösungsvereinbarung war eine Einigung über die Kommunikation der Schule gegenüber den Eltern und Interessensgruppen. Durch den Bruch in der Kommunikation waren die Eltern der Klasse, aber auch die Lehrpersonen im Team und später die Öffentlichkeit irritiert über die widersprüchlichen Aussagen.

Im Februar 2024, kurz vor den Sportferien, mussten die Schulleiterin und der Leiter Bildung abwägen, ob eine Rückkehr der Lehrperson in die Klasse realistisch ist und wie stark das Wohl der Kinder in der Klasse beeinträchtigt wird. Sie haben sich zugunsten der Kinder der Klasse und für einen geordneten Schulbetrieb entschieden. Dabei haben sie Fehler im Prozess in Kauf genommen. Die Schule hat diese Fehler schon früh kommuniziert und die Schulpflege möchte als lernende Organisation in erster Linie verhindern, dass ähnliche Fehler nochmals passieren. Sie steht zum Entscheid, dass aus diesem Fehler gelernt werden darf und keine personellen Konsequenzen folgen.

Wie geht es weiter?

Im Abklärungsbericht werden verschiedene Bereiche identifiziert, in denen es Verbesserungsbedarf gibt. Diese möchte die Schulpflege in den kommenden Monaten anpacken – gemeinsam mit der Schulführung und Lehrpersonen. Die Schule soll unter anderem lernen, mit dem Druck von Eltern besser umzugehen, damit Lehrpersonen vom Druck entlastet und die Eltern gleichzeitig ernst genommen werden. Bei personalrechtlichen Fällen müssen die korrekten Abläufe sichergestellt werden. In der heutigen Struktur ist die Schulpflege vorwiegend als strategisches Gremium tätig, hat aber bei Entlassungen nach wie vor die operative Verantwortung. Generell muss die Kultur in der Schule Pfäffikon aufgebaut werden, wie die neue Führungsstruktur gelebt wird.

Innerhalb der Gemeinde gibt es nach wie vor kritische Elterngruppen. Die Schule ist auf diese Gruppen zugegangen und hat den Dialog angeboten. Zudem wird der Abklärungsbericht aufgrund einer eingereichten Aufsichtsbeschwerde dem Bezirksrat zur externen Prüfung eingereicht.

Die wichtigsten Erkenntnisse der internen Aufarbeitung der Ereignisse finden Sie untenstehend:

Zusammenfassung und Schlussfolgerung der internen Sachverhaltsabklärung