18.08.2025

Der wohlverdiente Ruhestand für Peter Suter

An der Oberstufe Pfäffikon endet mit dem Schluss des Schuljahres 2024/2025 nicht nur die Schulzeit einer weiteren Schülergeneration, sondern auch die Lehrerkarriere von Peter «Petsch» Suter. Nach 38 Jahren kann er auf eine gelungene Zeit zurückschauen – die Oberstufe Pfäffikon dankt Petsch von Herzen!
Die Oberstufe Pfäffikon war für Peter «Petsch» Suter die letzte Station seiner Lehrerlaufbahn. An der Oberstufe Pfäffikon war er seit dem 1. August 2017 beschäftigt und hat sie acht Jahre lang mit seiner ruhigen, gelassenen und überlegten Art bereichert. «Petsch» hat insgesamt 38 Jahre als Oberstufenlehrer gewirkt und in dieser Zeit zahlreiche Jugendliche der Sek B und C begleitet. Die Ausbildung hat Peter Suter 1987 als Real- und Oberschullehrer abgeschlossen und sich danach an der Oberstufe Zürich-Limmattal in den Schuldienst gewagt. An diesem Wirkungsort hat er von 1987 bis 2017 – mit einem kurzen, zweijährigen Unterbruch an der Oberstufe Uster – gearbeitet. Um neben dem Schuldienst auch noch weitere Perspektiven zu erleben, hat er sich 2001 die Schulleitungs-Ausbildung an der ph Zürich absolviert und als Co-Schulleiter das gelernte Wissen angewendet. Zudem hat er im Schul-IT-Bereich der Stadt Zürich als KITS – Supporter die Anfänge der Digitalisierung an der Volksschule begleitet.

Back to the roots
Sein Weg führte von der klassischen dreiteiligen Oberstufe über eine AVO-Schule (Vorläufer der gegliederten Sekundarschule) über eine Quartierschule und Schulen mit gemischten Klassen nach Pfäffikon. Der Wechsel an die Sek C der Oberstufe Pfäffikon war somit auch eine Rückkehr zu den Wurzeln als Lehrer an einer dreiteiligen Oberstufe. Mit seiner klaren Haltung, einer Prise Humor und transparenten Leitplanken hat er sich den schulisch schwächsten Jugendlichen angenommen und zusammen mit der Schulischen Heilpädagogin Diana Cristofolini eine sehr individualisierte – und doch gemeinschaftliche Schulung der Jugendlichen entwickelt. Begleitung und Bestärkung der Schülerinnen und Schüler stand für ihn immer im Vordergrund. Dank respekt- und wohlwollendem Umgang half er mit, das Selbstvertrauen der Jugendlichen so aufzubauen, dass sie ihre berufliche Zukunft erfolgreich in Angriff nehmen konnten. Zentraler Grundsatz für Peter Suter war es immer, die Jugendlichen zu befähigen, Probleme selbstständig zu lösen. Dafür hat er die Grundlagen geschickt gelegt und den Weg in die Selbstwirksamkeit aufmerksam und wohlwollend begleitet.

Hat sich die Schule verändert?
Eine lange Lehrerkarriere ist immer auch eine historische Quelle, um die Entwicklung der Schule zu beobachten. Wir hören oft, dass sich die Volksschule gegenüber Veränderungen sehr träge zeigt und sich «kaum etwas bewegt». Peter Suter kann dies aus eigener Erfahrung beurteilen und stellt fest, dass «die Schule von heute sehr anders ist, als diejenige, in der ich am Anfang tätig war». Verändert hat sich in der Tat viel: Der Schuljahresstart lag im Frühling, der Samstag war selbstverständlich ein Schultag, in den Lehrerzimmern herrschte nach Anciennität eine klar definierte Sitzordnung und es wurde teilweise heftig darin geraucht. Eine augenfällige Veränderung ist natürlich die heutige Verfügbarkeit von Computern und weiteren digitalen Geräten. Während Suter in seinen Anfängen Papiervorlagen noch mit Hilfe von Matrizendrucker («Schnapsmatrizen») vervielfältigen musste, stehen ihm heute modernste Kopiergeräte zur Verfügung. Gleichzeitig sind Hellraumprojektoren – das Nonplusultra der damaligen Zeit – heute komplett verschwunden und durch digitale Kameras (Visualizer) ersetzt worden. Selbstredend benötigte Peter Suter zur Arbeitsblattgestaltung in den letzten Jahren kein «Schnitzelbuch» mehr, sondern montierte digitale Bilder geschickt in sein Worddokument oder direkt auf die interaktive Wandtafel. Nicht nur digitale Hilfsmittel haben die Arbeit der Lehrpersonen verändert. Die Schule als Ganzes ist nicht wiederzuerkennen. Peter Suter hat Schulversuche mit Hausvorständen, teilautonomer Volksschule (TaV) und die Einführung von Schulleitungen erlebt. Die Lehrperson entscheidet heute nicht allein mehr über ihre Klasse – sondern diskutiert in kooperativen Unterrichtsteams die Möglichkeiten und lässt diese bei der Schulleitung absegnen. Den ganzen «Oberbau» – Schulleitungen, Bildungsleitungen und Schulverwaltungen – gab es in den Anfängen von Peter Suters Karriere noch nicht. Vieles hat sich verändert – und doch gibt es auch Dinge, die noch heute genau so sind, wie zum Start seiner Karriere: «Die Mittwochnachmittage sind weiterhin schulfrei!»

Online statt Abenteuer
Die Bildungsdirektion hiess zu Peter Suters Startzeiten noch «Erziehungsdirektion» – was die Veränderung der Schule, wie sie Peter Suter zum Karrierestart vorgefunden hat, zur heutigen Schule, die ihn nun in die Pension verabschiedet, ganz gut wiedergibt. Die Jugendlichen wurden damals «in den gesellschaftlich akzeptierten Rahmen» hineinerzogen. Heute ist die Schule Bildungsorganisation und versucht, jedem Schüler und jeder Schülerin Bildung zu vermitteln – möglichst in den Bereichen, die diese dann auch gerade interessieren. Die Jugendlichen sind wohl der Aspekt der Schule, die sich in der Aussenwahrnehmung am meisten verändert hat. Sie werden ab frühester Kindheit zu Mitbeteiligten gemacht. In der Freizeit treffen sich die heutigen Schülerinnen und Schüler kaum mehr physisch zum gemeinsamen Sport- oder Abenteuererlebnis, sondern virtuell auf sozialen Medien oder in Online-Games. Dies verändert die Voraussetzungen, den Umgang mit Erfolg, Frust und das soziale Zusammenwirken fundamental.

Dennoch sind die Oberstufenschüler immer noch Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, die die typische Persönlichkeitsentwicklung machen und sich nach Erfolgen, Aufmerksamkeit und Bestätigung sehnen. Peter Suter hat es in seinen 38 Jahren als Lehrer immer geschafft, genau das zu vermitteln und mit seinem persönlichen Bezug zu den ihm anvertrauten jungen Menschen – ein grosser Beitrag zu zahlreichen erfolgreichen Karrieren und motivierenden Lebensgeschichten.

Ich danke Peter «Petsch» Suter von Herzen für seinen grossen Einsatz, sein nimmermüdes Engagement und seine immer so wertschätzende, wohlwollende Arbeit – auch im Namen des gesamten Oberstufenteams und aller Schülerinnen und Schüler, die bei ihm Unterricht erleben durften. Für die Zukunft als Pensionär wünsche ich ihm alles erdenklich Gute und freue mich über einen künftigen Besuch an der alten Wirkungsstätte.

Andi Räz
Schulleiter Oberstufe