Schulschluss im Obermatt – eine heisse Angelegenheit
Das Ende des Schuljahrs ist jedes Jahr eine besondere Zeit. Viele Arbeiten werden fertiggestellt, alle Klassen sind auf Schulreise, es finden Klassenlager, Abschlusstheater und Übernachtungen im Schulhaus statt. Die 4. Klasse feiert das Klassenmusizieren mit einem Abschlusskonzert, und der Kindergarten sowie die Unter- und Mittelstufe messen sich an den Sporttagen. Kurz gesagt: Die Schule befindet sich in ihrer heissen Phase. In diesem Jahr war der Schlussspurt allerdings im wahrsten Sinne des Wortes noch etwas heisser als sonst. Bei Temperaturen von weit über 30 Grad fiel das Lernen und Konzentrieren nicht immer leicht – selbst den Bleistiften war manchmal anzusehen, dass sie lieber im Schatten geblieben wären.
Wie hat die Primarschule Obermatt diese Hitzewelle im Juni überstanden? Erstaunlich gut, würde ich sagen. Lassen Sie mich ein wenig ausholen – auch wenn es den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, von allen schönen Erlebnissen zu berichten.
Die Sporttage fanden am 18. Juni statt – ausgerechnet an einem der heissesten Tage. Davon liessen sich die Kinder allerdings nicht beeindrucken. Sie rannten, sprangen, warfen und spielten mit vollem Einsatz. Dank des Wassersprenklers und einer ausgiebigen Wasserschlacht beim Brunnen waren am Ende des Tages zwar alle Kinder klatschnass, dafür aber glücklich. Genau so soll ein Sporttag enden! Mein herzlicher Dank geht an die Organisatorinnen der beiden Sporttage für die ausgezeichnete Planung.

Die 6. Klasse verbrachte vom 22. bis 26. Juni ein tolles Klassenlager im Emmental. Zwar mussten die beiden Klassenlehrerinnen das Programm immer wieder anpassen – mal machte die Trockenheit dem Bräteln einen Strich durch die Rechnung, mal war es schlicht zu heiss für die geplanten Aktivitäten. Improvisation war also gefragt. Die ganze Klasse kehrte jedoch gesund, zufrieden und mit vielen schönen Erinnerungen zurück. Kaum wieder zuhause führte sie in der vorletzten Schulwoche das selbst geschriebene und äusserst unterhaltsame Theaterstück «Das verrückte Teleportiergerät» auf. Und glauben Sie mir: Während der Proben herrschten in der Turnhalle Temperaturen, bei denen sich vermutlich sogar ein Pizzaofen gefragt hätte, ob das wirklich nötig sei. Ein herzliches Dankeschön an die Klassenlehrerinnen für ihren grossen Einsatz und an die Schülerinnen und Schüler für die gelungene Aufführung.

Die 4. Klasse feierte am 26. Juni den Abschluss des Klassenmusizierens mit einem Konzert im Singsaal. Rund 90 Zuschauerinnen und Zuschauer fanden den Weg in unseren kleinen Saal. Dort wurde nicht nur musikalisch einiges geboten – auch die Raumtemperatur hatte ihren grossen Auftritt. Trotzdem war das Konzert ein voller Erfolg und die Schülerinnen und Schüler durften mit Recht stolz auf ihre Leistung sein. Mein Dank gilt den Kindern, ihren Lehrpersonen sowie dem Lehrer der Musikschule. Das war harte Arbeit – im doppelten Sinn.
Die 3. Klasse übernachtete nach ihrer Schulreise vom 30. Juni auf den 1. Juli gleich noch in der Turnhalle. Weil der Unterricht in den Tagen zuvor im heissen Schulzimmer kaum mehr möglich war, war dieser zeitweise kurzerhand in den Keller des Obermatts gezügelt worden. Der Keller war im Winter 2025/26 von der Hauswartung geräumt und von der Abteilung Liegenschaften frisch gestrichen worden. Die Räume sind nun blitzblank und wunderbar kühl – fast schon ein kleines Wellnesszentrum für überhitzte Kinderköpfe. Dort fanden deshalb einige Unterrichtsstunden statt. Nach einer angenehmen Abkühlung liess es sich im Schulzimmer gleich wieder besser lernen.
Und dann war ja auch noch Fussball-WM in Amerika. Was lag näher, als am Spieltag Schweiz gegen Kanada Fussballtrikots zu tragen? Nicht nur die Schülerinnen und Schüler erschienen in den Farben ihrer Lieblingsmannschaften, sondern auch viele Lehrpersonen machten begeistert mit. Für einen Tag fühlte sich das Schulhaus fast wie ein kleines Stadion an – glücklicherweise ohne VAR-Diskussionen auf dem Pausenplatz.
Was konnten wir sonst noch tun, um für etwas Abkühlung zu sorgen? Es wurden vermutlich kiloweise Wasser-Glacés verspeist, und viele Unterrichtsstunden fanden draussen an schattigen Plätzen statt. Einige Lehrpersonen besorgten spezielle Kühltücher für die Kinder. Diese werden mit kaltem Wasser befeuchtet, ausgeschüttelt und anschliessend über Schultern oder Kopf gelegt. Sie sorgen nicht nur für angenehme Kühlung, sondern führten auch zu erstaunlich kreativen Kopfbedeckungen. Manch ein Mode- oder Hutdesigner hätte sich davon durchaus inspirieren lassen können.
Für eine weitere willkommene Erfrischung sorgte am 17. Juni der Elternrat mit dem gesunden Znüni. Die frischen Früchte- und Gemüsestückli fanden reissenden Absatz. Am Schluss waren sämtliche Platten leer – schneller, als man bei diesen Temperaturen «Wassermelone» sagen konnte. Herzlichen Dank an den Elternrat für diesen jedes Jahr mit viel Engagement organisierten Anlass!
Selbstverständlich machte die Hitze auch vor dem Schulleitungsbüro nicht halt. Wie wir alle wissen, steigen warme Luft und Temperaturen nach oben – und das Büro der Schulleitung befindet sich im obersten Stock. So zeigte das Thermometer bereits am frühen Morgen stolze 29 Grad und kletterte später zuverlässig auf über 31 Grad. Es dürfte daher niemanden überraschen, dass auch ich von Zeit zu Zeit einen «dienstlichen Kontrollgang» in den angenehm kühlen Keller unternahm.

Doch jede Hitzewelle geht irgendwann zu Ende – und genauso jedes Schuljahr. Ich danke allen Lehrpersonen herzlich für die vielen kreativen Ideen, mit denen sie den Schulalltag trotz der hohen Temperaturen abwechslungsreich und angenehm gestaltet haben. Allen Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrpersonen wünsche ich eine erholsame Sommerpause und schöne Ferien. Und wer weiss: Vielleicht werden wir uns im kommenden Winter, wenn die Schulzimmer wieder angenehm kühl sind, mit einem kleinen Lächeln an diesen aussergewöhnlich heissen Schulschluss erinnern.
Ursula Schnyder
Schulleiterin Obermatt
Verfasst am 06. Juli 2026