16.06.2025

Violette Blüten für’s Blaukernauge

Wir erinnern uns gut an die Adventswoche im Jahr 2019 im Schulhaus Steinacker, obwohl wir damals erst in der ersten Klasse waren! Vom Kindergartenkind bis zur damaligen Sechstklässlerin haben alle verschiedenste Weihnachtsdekorationen gebastelt. Den gesamten Erlös aus den Bastelarbeiten, die wir verkauften, haben wir Pro Natura Zürich für die Aufwertung der Tüfi-Wiese gespendet. Auf dieser Wiese zwischen Auslikon und dem Pfäffikersee lebt das gefährdete Blaukernauge – ein Schmetterling, der nur noch an zwei Standorten im ganzen Kanton vorkommt. Für ihn (und all die anderen, selten gewordenen Arten) hat Pro Natura Zürich ehemaliges Landwirtschaftsland gekauft, die überdüngte oberste Schicht abgetragen und Samen aus einer naturnahen Blumenwiese auf diesem Stück Land ausgebracht. Denn in gedüngten Wiesen gedeihen die Blumen, deren Nektar die Schmetterlinge und Wildbienen brauchen, nicht. Solche intensiv genutzten Wiesen werden oft schon im April oder Mai zum ersten Mal gemäht. So kann das Blaukernauge dort seine Eier nicht ablegen. Auch aus diesem Grund ist diese Schmetterlingsart gefährdet und so fest zurückgegangen. Das Blaukernauge fliegt nämlich erst im August und legt auch seine Eier spät im Jahr auf offene Bodenstellen in der Nähe der Futterpflanzen. Als Schmetterling bevorzugt das Blaukernauge verschiedene violett blühende Blumen.

Diese Informationen bekamen wir, als wir mit unserer Klasse 6a vom Steinacker per Velo nach Auslikon fuhren und von einem Hügel aus die Tüfi-Wiese betrachteten. Wir wollten erforschen, was aus unserer Spende geworden ist! Geleitet hat unsere Wiesen-Safari die Umweltwissenschaftlerin Larissa von Buol von Pro Natura Zürich. Je näher wir hinschauten, desto mehr entdeckten wir. Zum Beispiel, dass es an vielen Stängeln des Wiesenknopfs so komischen Schaum hat. Darin versteckt und durch den Schaum geschützt befinden sich die Eier der Wiesenschaumzikaden. In diesem Wiesen-Kosmos, der auch dank unserem Adventsverkauf hoffentlich dauerhaft geschützt ist, gedeihen ausserdem die Sibirische Schwertlilie, wilder Thymian, Mauerpfeffer, die Pyramidenorchis und andere einheimische Orchideen. Es ist – zusammen mit den umliegenden Hecken und Weihern – ein Lebensraum für den seltenen Skabiosenscheckenfalter, den Laubfrosch, Zauneidechsen sowie unzählige Heuschrecken-, Insekten- und Vogelarten.

Ihr könnt zusammen mit euren Eltern alle etwas für diese Tiere und Pflanzen tun: Ihr könnt ein Stück eures Rasens oder sogar den ganzen Rasen nicht mehr mähen, oder wenn ihr in einer Mietwohnung lebt, diesen Wunsch dem Hauseigentümer mitteilen. Auf den entstehenden Naturwiesen können schöne und gleichzeitig für so viele Insekten und Vögel wichtige Blumen wachsen.

Von Laura, Anelia und Ilona aus der Klasse 6a vom Steinacker

Bilderlegende:

Tagpfauenauge, von Laura & Kleine Binsenjungfer, von Carolina. Inspiriert zu diesen Aquarellen haben uns die Farbfotos im Buch «Die schönsten Insekten der Schweiz», von Thomas Marent